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Wow! Europas führende Konferenz für Inspiration, Wissenstransfer und Networking hat auch dieses Jahr wieder mehr als 3.000 Vordenker in die Stadthalle Graz gezogen. Auf der Website nennen sie es „The festival for curious minds challenging the status quo“ und diese Beschreibung trifft es sehr gut. Fifteen Seconds bringt Marken, Speaker, Leader und Start Ups aus der ganzen Welt zusammen, um ihre Erfolgsgeschichten zu teilen. Motivation, Inspiration und kreative Inputs sind dabei Programm.
Nach der obligatorischen Auswahl des Goodie-Bags mit einem coolen Spruch („Do you even gif?“) und einem ersten Rundgang auf dem Festivalgelände, ist man als Besucher bereits von der kreativen und aktivierenden Atmosphäre gefangen – Virtual Reality, das IKEA Bällebad, die A1 Schaukel oder das Trumer Craftfahrzeug wirken wie ein Spielplatz für Erwachsene und laden zum Mitmachen und Networken ein.

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Speaker aus aller Welt bereichern für zwei Tage die Perspektiven des neugierigen Publikums: Von Instagram über LEGO, Victoria’s Secret, Google, Oracle, Facebook zu Mercedes-Benz, Zalando, kununu und viele viele mehr. Connection, pace of change, discover, explore, understand, relevance und values – alles maßgebliche Schlagwörter, die dieses Jahr in vielen talks vorgekommen sind und deren Beherzigung Marken zum Erfolg verhilft.
Aus unserer Perspektive der Markt- und Motivforschung ist ein deutlicher Fokus auf Menschen und Zielgruppen zu erkennen. Wie Håkan Nordkvist von IKEA oder auch Matthew Banks von Oracle angemerkt haben, leben wir in einem sich immer und immer schneller verändernden Zeitalter: „The pace of change has never been so fast and will never be so slow again.“ Die Geschwindigkeit und Komplexität sind Herausforderungen, an die sich Marken und Unternehmen anpassen müssen, um am Puls der Zeit zu bleiben.

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Deswegen ist es umso notwendiger, Menschen und ihre Motive zu verstehen. Für Felix Dürichen von DJI und Steli Efti von Close.io liegt der Schlüssel nicht nur in Wissen. Wissen alleine reicht nicht aus. Es geht um echtes Verstehen (wollen) des Produktes, der Kultur und der Zielgruppe. Wenn Marken ihre Hausübungen machen und verstehen, können sie im richtigen Kontext kommunizieren und nicht nur sich den verändernden Umständen anpassen – sondern selbst die Veränderung vorantreiben. Dafür müssen sie neugierig bleiben, in Dialog mit den Menschen treten und Forschung betreiben: „Ask ask ask ask ask…. Be curious. Be critical. Be doubtfully. At any time.“ Der Sager “Ask a lot of fucking questions” hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Auch Kwame Nyanning von McKinsey & Company plädiert für die Wichtigkeit, die echten Bedürfnisse von Kunden zu erkennen. Die digitale Transformation zwingt Unternehmen dazu, ihre operativen Modelle zu refokussieren. Die Chance läge darin, Spannungen, Motive und Momente zu identifizieren: „First – do research and talk to people. Look at the pain points and the emotional states!“ Christian Flodén von Spotify untermauert das: “It’s one thing to know your audience and another to understand them. It’s about to understand them.”
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Relevanz ist auch dieses Jahr wieder ein Schlüsselwort, wenn es um user experience geht. Es geht darum, die Menschen hinter den Endgeräten auf Basis von generierten Insights zu begeistern, mitzureißen, zu Influenzern zu machen. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen vernetzter sind als je zu vor – und sie sind bereit, ihre Begeisterung für Marken und Produkte zu teilen.

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Das passiert insbesondere auf Social Media Kanälen – wie Nadine Neubauer von Instagram auch verdeutlicht. Das menschliche Gehirn verarbeitet Bilder 60.000 Mal schneller als Worte. Menschen kommunizieren daher gerne visuell, sie verwenden Bilder und Videos, um ihre Erfahrungen mit der Welt zu teilen. Instagram steht inmitten dieses Umbruchs und bietet vielfältige Wege, den eigenen Leidenschaften zu folgen, seine Lieblingsstars und -Sportler hinter die Kulissen zu begleiten, Urlaubsziele zu entdecken oder sich über die Liebe zu Autos, Essen oder Mode mit anderen zu verbinden. Das macht die Plattform zu einem spannenden Umfeld für Marken, die die Community mit den richtigen Inhalten abholen und in ihre Markenwelt holen kann.
Auch Fritz Jergitsch und Sebastian Huber geben Einblicke hinter dem Erfolg, der hinter Die Tagespresse steckt. Die Satirezeitung funktioniert nämlich fast ausschließlich über das Liken und Sharen auf Facebook – ganz ohne Werbung. Ihre wichtigste Strategie dabei lautet: „Wir posten keinen Scheiß. No Bullshit. Nur shareable content. Weniger ist mehr.“ Sie posten nur das, was aktuell Relevanz hat und die Menschen zum Kommentieren und Teilen animiert. Dabei sind sie natürlich vor allem davon abgängig „ob Scheiß in der Innenpolitik Österreichs passiert“ – es wird dann intern immer gefeiert, wenn neue Themen aufpoppen, die man satirisch behandeln kann.

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Persona = Persona
BrandWie wichtig eine gut funktionierende Wechselbeziehung zwischen Marke und Zielgruppe (Persona) ist, zeigen Robert Bogner und Paul Lanzerstorfer von Pulpmedia. Wenn die Marke die Menschen liebt – dann lieben die Menschen auch die Marke. Es geht nicht darum, Inhalte zu produzieren, die niemanden weh tun und die man „ok“ findet. Es geht darum, Inhalt zu produzieren, die geliebt werden und die deswegen Aufmerksamkeit erregen und gerne geteilt werden. Marken müssen sich daher die Fragen stellen: Wofür brennt die Persona? Wovor hat sie Angst? Was sind ihre Motive? Was braucht sie? Was gefällt ihr? Was macht ihr Spaß?

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Die Beantwortung dieser Fragen ist das Arbeitsfeld der Motivforschung und auch der Customer Experience Forschung – wir tauchen in die Erlebniswelten der Menschen ein, werden Teil ihres Alltags, identifizieren Verhaltensweisen, Gewohnheiten, Rituale und Bedürfnisse. Wir sprechen mit den Menschen und stellen die richtigen Fragen, die Unternehmen näher zu ihren Zielgruppen bringen. Marken produzieren materielle Objekte, die eine psychologische Rolle spielen, wenn sie mit bestimmten Werten aufgeladen werden. Dabei geht es deshalb auch immer um einen Werteabgleich zwischen allen Beteiligten sowie um die richtige Kommunikation der Werte. Denn, um es mit den Worten Michael Goldberg’s von Victoria’s Secret auszudrücken: „The value of our things doesn’t depend on what they actually are, but how we perceive them.“ Fifteen Seconds ist immer wieder ein großartiges Erlebnis, da das Festival einen Einblick in Marken bietet, die es genau verstanden haben, wie wichtig es ist, durch die Brille von Konsumenten zu blicken, um diese zu verstehen.

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Das scheint nicht nur das Motto der Veranstalter vom Fifteen Seconds Festival (#thinkahead16) zu sein, sondern auch das der Unternehmen. Was im letzten Jahr (noch unter dem Namen Marketing Rockstars) auf eine Halle und einen Tag beschränkt war, wurde in diesem Jahr auf mehrere Hallen und zwei Tage ausgedehnt. Entertainment pur: Musik in den Hallen, Aktivitäten für die Gäste und jede Menge Virtual Reality.

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In vielen Bereichen erleben wir diese neue Denkweise. Erfrischend war die ehrliche Beschau der Branche Finance von Maximilian Tayenthal, Number26: „Banks truly have a wrong focus today. They are static and analog. They need to shift from offline to online and to mobile. The interfaces look old, ugly, totally interchangeable. They are designed in a poor way… Banking ist most ready for disruption.“
Der Ruf nach mehr Experience wird laut, Menschen wollen abgeholt werden. Marken müssen mehr in den Dialog treten und die wahren Bedürfnisse erkennen. Marktforschung bringt uns nicht weiter – genau, weil die quantitative Befragung vielfach zu kurz und zu eng greift. Vielmehr braucht es die Motivforscher, die die richtigen Fragen stellen – im persönlichen Kontakt -, die beobachten und Verhaltensweisen und Gewohnheiten erkennen und damit eine wichtige Grundlage für neue Strategien bilden. Marken brauchen Rituale, um im den Erfahrungsspeicher zu landen. Brand navigation durch neue Perspektiven und Impulse ist gefragter denn je. Hurray!
Endlich erkennen wir auch, dass es notwendig ist, sich in die anderen hineinzuversetzen, speziell in unsere Zielgruppen. International brands müssen local agieren, alles andere ist ein Vorbeikommunizieren an möglichen Usergruppen. Dies zeigte Serviceplan mit dem Vortrag „Transforming International Brand Power To Local Markets“ deutlich auf. Sprache und Kultur differenzieren in enormem Ausmaß. Wer also die kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten eines Marktes nicht kennt, kann langfristig nur scheitern. Es geht ums Verstehen (wollen). „Brands need to do their homeworks, they need to do market research! They need to know the market situation and the local competitors! So that local consumer insights will really get into their heads, like what they are thinking. It’s about exploration. (Stacey Zhao, Strategic Planner)
So könnte der Übertitel einiger weiterer Vorträge sein, die sich mit Gamification, 360 Grad Videos bis hin zu Virtual Reality beschäftigten. Dinge real erlebbar machen, Neues in neuen Zusammenhängen zeigen, noch nicht Reales real machen – zumindest für unser Gehirn, das nicht unterscheidet, ob wir Dinge wirklich erleben oder nur gezeigt bekommen.

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[/cs_text][cs_text class=”cs-ta-left”]Um es in den Worten von Franz Blach, Design Director bei IDEO, zu sagen: „Creativity is more important than ever to unlock the creative potential for companys. Future – this is the Now What Business!“ Überrasche deine Konsumenten, zeig nicht immer nur das, was wir eh schon kennen. „ Substance kills glamour“, so Franz Blach. Unser Gehirn liebt Abwechslung! Und es liebt es, involviert zu werden. Konsumenten sind keine passiven Beobachter (mehr), sondern vielmehr interaktionswillige Wesen. „We have to find a way to connect to our customers, to engage them, to reach them with what we want to say.“ Content alleine ist zu wenig, es muss der richtige sein, im Sinne von, die Bedürfnisse anzusprechen. Aus unserer Sicht auch wichtig zu ergänzen, die richtigen Touchpoints mit den passenden Inhalten zu bespielen.
Ein riesen Manko in Sachen Experience erlebt der Handel. Die Agentur Dan Pearlman berät den Handel, um Erlebnisse zu schaffen. Handel ist Wandel – aber leider nur in der Theorie. Der Handel scheint resistent gegen Veränderung. Die wichtigste Größe ist immer noch Absatz pro Quadratmeter. Die Denke muss aber sein: Erlebnis pro Quadratmeter. Auch hier geht es um Motive und Bedürfnisse, um Erlebnisfaktoren. Denn Einkaufen ist Bedarfsdeckung, während Shoppen Freizeitgestaltung ist – Ziel sollte es also sein, das Handeln von der Qual zur Lust ändern.

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Dazu passt auch gut der Vortrag von Jeremy Abbett (@jeremytai), der die Veränderung ganz groß hält. Change passiert exponenziell und damit rasend schnell. Technologie erweitert die Möglichkeiten, die wir haben in unfassbarem Ausmaß. Und dennoch ist es genauso wichtig, die Dinge in die reale Welt zu bringen, sie physisch begreifbar zu machen: „Take the attention away from the screen into the real world.“ Und wir sollten vielmehr den „prototyping effect“ nutzen – Dinge gestalten und mit den Händen denken. „Future is going to empathy.“
“Ask questions and find new challenges.“ Yes, that’s what we do!
Forscher sind gefragt als je zuvor. Wir haben es gelernt, die richtigen Fragen zu stellen.

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Jean-Remy von Matt spricht von zwei Peaks in der Geschichte der Kommunikation: Gutenberg und Zuckerberg. Die beiden Herren haben die Kommunikation revolutioniert: Nach Gutenberg war das Internet ein kleines Hoch, aber Zuckerberg hat den Content erstmals innovativ vernetzt. Nach 20 Jahren Geschichte, ist es immer noch oder immer wieder Neuland.
Relevanz ist auch eines der Schlagworte, das in mehreren Vorträgen zu hören war. Was relevant ist, bestimmt jeder für sich selbst. Geglaubt, dass es rational ergründbar ist, hat es doch vielmehr mit Emotion und Erfahrung zu tun. Relevant ist, was in mein Werteschema passt – das war leider zu wenig in den Vorträgen zu hören. Von Matt fügt dem noch den Firlefanz hinzu. Es braucht ihn, damit der Konsument überhaupt zuhört.
Und wenn wir von Relevanz sprechen, kommt man am Thema Content nicht vorbei. Die Mediacom zeigt, wie wichtig es ist, Kommunikation als System zu verstehen: „Content needs to be created with the connection in our brain.“ „Define the role of content.“ Es ist also nicht nur wichtig, was man sagt, sondern wie und wo man es sagt und an welche Konzepte es geknüpft ist.
Daran knüpft auch Young & Rubicam an: „Resist the usual. Eine Marke muss relevant differenziert sein.“ Sebastian Bayer und Andreas Roitner raten dringendst davon ab, Marktforschung zu betreiben. Absolut meine Meinung! Außer, man benötigt KPIs für Vergleiche. Aber Marktforschung im klassischen Sinne kann keine Antworten des warum und wofür beantworten. Dafür gibt es Motivforscher und Markenführer. Und deswegen haben Y&R eine Studie gemacht, um Markentattribute für starke Marken herauszufinden und zu tracken: Die BAV Markenstudie – BrandAsset® Valuator. Aus 48 Markenattributen gehen die Big 5 wie folgt hervor: 1. Echt, 2. Steht mir nahe, 3. Vertrauenserweckend, 4. Selbstbewusst und 5. Einzigartig. Eh klar, oder? Aber wie macht man das? Mit Content, mit den richtigen Codes, mit den richtigen Botschaften in den richtigen Kanälen – unserer Meinung nach.
Interessant aber auch, dass Y&R auf dramaturgisches Know-how setzt, wenn sie von Spannungsfeldern sprechen. Ja, Marken sollten wie gute Filme funktionieren und Helden zwischen zwei Welten sein. Nichts ist langweiliger als eine Marke, die nur ein Wertefeld belegt. In unseren dramaturgischen Markenaufstellungen sehen wir uns diese Mechanismen auch genau an und drehen den dramaturgischen Effekt höher.
Ein schönes Beispiel das die Big 5 lebt, ist Lufthansa. Beeindruckend, wie sie die „irrational points in the journey“ identifizieren und dabei „opportunities to touch the costumer“ schaffen. „Personalize and contextualize working with behavioural insights“ lautet das Erfolgsrezept laut Alexander Schlaubitz von der Lufthansa. Ja, genau, so müssen Forschung und Strategie Hand in Hand gehen. Da lacht das Forscherherz!

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Man könnte auch vom Management der Emotionen sprechen, denn es geht darum , eine gute Markendramaturgie mit den richtigen Playern (Touchpoints), einer spannenden Story, einem Helden (Vermittler zweier Welten) und den richtigen Codes aufzubauen. Gute Geschichten bauen ein Spannungsfeld auf – wie in einem guten Film. Und dabei geht es um Relevanz, um Echtheit, Empathie und neues Denken, basierend auf den Erkenntnissen der Communities, Ziegruppen oder situativen Räume. Lernt, die richtigen Fragen richtig zu stellen oder beauftragt die, die es zur Profession gemacht haben 
[/cs_text][x_blockquote cite=”Sir Richard Branson” type=”left”]„You don’t learn to walk by following rules, you learn by falling over.“[/x_blockquote][cs_text class=”cs-ta-left”]
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[/x_slide][/x_slider][cs_text class=”cs-ta-left”]Recap des Veranstalters: https://fifteenseconds.co/thinkahead16/[/cs_text][/cs_column][/cs_row][/cs_section][/cs_content]
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