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Auto – 2023.comrecon.com https://2023.comrecon.com Thu, 24 Aug 2023 08:04:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 How to create brand experience https://2023.comrecon.com/how-to-create-brand-experience/ Mon, 22 Feb 2021 13:44:22 +0000 https://comrecon.com/?p=4705

Was machen gute Brands anders? Warum bleiben manche Marken einfach besser im Gedächtnis als andere? Was sind „Love Brands“? Sie glauben, Brand Experience funktioniert nur bei Konsumgütern wie Bier oder Autos? Weit gefehlt. Auch Unternehmen, die Dienstleistungen oder Services anbieten, können Anziehungskraft ausüben, sodass sie gegenüber anderen Marken oder Anbietern bevorzugt oder gar „geliebt“ werden. Mal unter uns: Welche Marken lieben Sie? Warum?

Von Pains und der Sehnsucht nach Einfachheit

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie haben einen Flug gebucht und wollen online einchecken. Ihre Fluglinie schickt Ihnen sogar eine Erinnerungsmail mit einem Link. Sie klicken – der Link führt aber nur zu einer Eingabemaske, wo Sie nach dem Buchungscode gefragt werden. Oh nein, wo finde ich den wieder? Sie stöbern also möglicherweise minutenlang Ihre E-Mails durch, geben den Code ein und checken ein. Sie wollen den Sitzplatz ändern, das funktioniert aber auf Ihrem Smartphone nicht. Sie müssen also den ungeliebten Platz nehmen … Die Abreise steht bevor, Sie machen sich auf den Weg zum Flughafen. Der Taxifahrer fragt nach dem Terminal. Hm, keine Ahnung. Steht nicht auf dem Ticket. Am Flughafen geht die Suche weiter: Schalter? Gate?

Die Geschichte lässt sich sicher noch weiterführen, oder? Das sind Pains. Mich schmerzt es, es kostet Zeit und Nerven, sich um diese lästigen Dinge zu kümmern, die doch einfacher ablaufen könnten. Einige Airlines haben diese Pains erkannt und digitale Prozesse auf- gesetzt. So zum Beispiel United, die mir eine SMS schicken: „We’ll see you soon! Your flight to XY departs at 2:30 pm from Gate D51.“ Super, ich weiß, wann und wo, und genieße noch einen Kaffee in der Nähe des Gates. Die nächste SMS: „Here we go! Your flight to XY is now boarding from Gate 51 – we look forward to seeing you soon.“ Perfekt, ich mach mich auf den Weg. Was ist daran toll? Ich habe das Gefühl, die verstehen mich, sie sind in einer Kommunikation mit mir. Ich weiß Bescheid und bekomme Orientierung: örtlich und zeitlich. Beachten Sie auch den Sprachstil. Er ist locker und sehr menschlich. Keine rein rationale Info. Der Effekt sind positive Emotionen: Ich bin gechillt.

Dieses Beispiel erscheint banal, ist es aber nicht. Denn genau hier entsteht Brand Experience: Wie erlebe ich die Marke, wie geht sie mit mir um, wie verhält sie sich? Bin ich ihr wichtig oder reicht es, wenn ich kaufe?

Überlegen Sie auch mal für Ihr Unternehmen: Wo setzen Sie bewusst Zeichen? Wo gehen Sie auf solche Pains im Alltag ein und machen es dem Kunden leichter? Das alles sind Zeichen der Wertschätzung: Sie haben beobachtet, zugehört, erkannt und gehandelt. Sie gehen in eine echte Beziehung mit dem Kunden und erkennen seine Bedürfnisse.

Anderes Beispiel: Machen Sie gern Ihre Steuererklärung? Und können Sie sich an Ihr erstes Mal erinnern, als das Finanzamt Sie aufgefordert hat, Ihre Steuererklärung einzureichen? Angst bis hin zur Panik: Wie, wann, wohin?! Diesen Pain hat das Steueramt des Kantons St. Gallen erkannt und eine eigene Website ins Leben gerufen: „Mach’s eifach!“ Ich habe das „n“ nicht vergessen. Es wird bewusst die Sprache der Menschen aufgegriffen, dadurch Vertrauen geschaffen und eine Beziehung aufgebaut. Die Sprache auf der Website holt die Menschen genau bei ihren Bedürfnissen ab: „Du musst zum ersten Mal deine Steuererklärung ausfüllen? Das ist eine neue Herausforderung … Unsere Expertin Mia zeigt dir, wie du das ganz einfach schaffst und nebenbei auch noch Geld sparen kannst.“ Wow, oder? Wer hätte das erwartet? Von einem Steueramt! Und es gibt eine Person – Mia –, die für mich da ist. Mia ist eine junge Frau mit lockigem Haar, lebenslustig und in Steuerfragen verzweifelt.

Sie nimmt die Rolle all derer ein, die ihre Steuererklärung das erste Mal machen müssen – ich kann mich mit ihr identifizieren. Sie stellt die Fragen, die ich auch haben könnte. Ihr Outfit ist bewusste Zeichensetzung: Sie trägt Lila, die Seite selbst ist in Grün gehalten. Lila, die Farbe der Transformation, der Veränderung. Grün die Farbe der Hoffnung und der Sicherheit. Sehr stimmig. Das Steueramt greift zudem noch auf geheime Sehnsüchte zurück: Du kannst auch noch Geld sparen. Und plötzlich macht das Thema Spaß. Was hat das für eine Wirkung? Das Steueramt wird reframt: Es ist nicht mehr Gegenspieler in meinem Leben, sondern Helfer.

Prozesse stärken Markenbeziehungen

Marken können durch (digitale) Prozesse gestärkt werden. „Wenn Sie einen scheiß Prozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess“, sagt Thorsten Dirks, CEO der Telefónica Deutschland AG. Wie recht er damit hat. Im ersten Schritt müssen wir Pains identifizieren, Prozesse definieren und an Kontaktpunkten spezifische Markenerlebnisse schaffen.

Wenn Sie Ihre Beziehung stärken wollen, dann lösen Sie die (Alltags-)Probleme Ihrer potenziellen Kunden und zeigen, dass Sie diese verstehen und Lösungen parat haben. Egal wann und wo.

Ihr Weg zur starken Brand Experience

  • Denken Sie Ihre Marke aus Sicht potenzieller Anwender: Was sind deren Pains and Gains im Alltag? Hören Sie zu! Bohren Sie tief und entdecken Sie, was Ihnen bisher verborgen war, weil Sie zu sehr vom Produkt oder der Dienstleistung ausgedacht haben. Was hat sich durch Covid-19 verändert, was ist gleich geblieben?
  • Zeichnen Sie eine Touchpoint Journey: Wo und wie begegnet man Ihrer Marke und welche neuen Touchpoints könnten Sie noch nutzen? Vor allem die digitalen Touchpoints werden immer wichtiger.
  • Denken Sie in Prozessen, um die Wirkung an den einzelnen Touchpoints zu definieren. Investieren Sie Zeit in Touchpoint Design. Analysieren Sie, wo Sie noch nicht waren.
  • Setzen Sie an den einzelnen Touchpoints die richtigen Zeichen in Form von Sprache, Bildwelt, Kleidungsstil, Verhalten, Schrift, Storytelling etc. Die Botschaft entscheidet, welche Wirkung Sie erzielen.
  • Kontrollieren Sie laufend, ob sich die Prozesse verändern oder die Pains Ihrer Kunden und auch, was der Wettbewerb macht. Gerade jetzt ändert sich viel durch Covid-19, durch die rapide Digitalisierung und durch veränderte Kundenbedürfnisse, -erwartungen und -ansprüche.
  • Stellen Sie sich immer wieder die Frage: Wofür sollen unsere Kunden unsere Marke lieben? Beziehen Sie Haltung und Stellung.

Erstmals erschienen in der Marketing & Sales Review 2020 des Club 55 – European Community of Experts in Marketing & Sales. Adaptiert auf die aktuelle Zeit.

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Tesla: Revoluzzer unter den Autoherstellern https://2023.comrecon.com/tesla-revoluzzer-unter-den-autoherstellern/ Thu, 08 Oct 2015 09:31:00 +0000 https://comrecon.wordpress.com/?p=936 Im Jahr 2014 waren nur 1,4% der neu zugelassenen Autos auf deutschen Straßen mit alternativen Energien betrieben; sogar wenn man Hybridantriebe einbezieht. Da darf man sich die Frage stellen, wie ernst es den Autoherstellern tatsächlich mit Nachhaltigkeit ist.

Ist die gesamte Automobilbranche nach wie vor vom Verbrennungswahn betroffen? Nein! Ein relativ kleines Unternehmen in Palo Alto (Silicon Valley, USA) wirbelt den Markt seit seiner Gründung (2003) gewaltig durcheinander. Die Rede ist von „Tesla“: Die ehrgeizigen Firmengründer Elon Musk, Martin Eberhard, Marc Tarpenning, JB Straubel und Ian Wright haben sich zum Ziel gesetzt, Elektroautos für ein möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Bis jetzt ist dieses Vorhaben von Erfolg gekrönt.

Aber der Reihe nach: Was „kann“ Tesla und was macht diesen Autohersteller als Marke besonders?

Vom Namensgeber zur Vision

Der Firmenname wurde nicht ohne Bedacht gewählt. Nikola Tesla war ein in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts lebender Erfinder, Physiker und Elektroingenieur. Seine Leistungen im Bereich der elektrischen Energietechnik waren besonders herausragend.

Kein Wunder also, dass sich ein innovatives Unternehmen durch einen Querdenker, der seiner Zeit weit voraus war, inspirieren lässt.

Die Vision von Tesla klingt alt bekannt: Sie wollen aus der Verbrennungswirtschaft eine Solar- und Elektrowirtschaft machen bzw. mit ihren Autos einen Beitrag dazu leisten. Ihr Börsengang im Juni 2010 sowie der stattliche Umsatz des genannten Jahres mit 116,7 Millionen US-Dollar spricht für den Erfolg dieses Vorhabens.

© Tesla
© Tesla

2010 brachten sie mit dem „Tesla Roadstar“ den ersten Sportwagen auf den Markt, der einen stattlichen Aktionsradius von ca. 450 Kilometer und eine Beschleunigung auf 97 km/h in 3,9 Sekunden (hier gehen Hersteller- und Fahrerangaben getrennte Wege!) erreichte. Mittlerweile wurde dieses Modell wieder eingestellt. Stattdessen kamen bzw. kommen „Model X“ (Sportlimousine, 2013), „Model S“ (SUV, Ende 2015) und „Model 3“ (Mittelklassewagen, ca. 2016-18) auf den Markt, um anderen Autoherstellern ernsthafte Konkurrenz zu machen. Dabei liegen die Preise ab ca. 35.000 US-Dollar alles andere als im Niedrigpreissegment, weswegen Tesla vor allem den Oberklassewägen von Mercedes, BMW, Audi & Co. den Rang abläuft. So gab es beispielsweise in der Schweiz im ersten Halbjahr 2015 638 Neuzulassungen des „Model S“. Im Vergleich dazu: Die S-Klasse von Mercedes Benz brachte es im gleichen Zeitraum auf 415 Neuzulassungen.

Was Tesla als Marke besonders macht

Es wäre mit Sicherheit spannend, sich an dieser Stelle mit weiteren technischen und preispolitischen Maßnahmen von Tesla zu beschäftigen. Allerdings wollen wir uns damit beschäftigen, was KundInnen an dieser Marke begeistert und was sie von anderen unterscheidet.

Nicht nur die Gründerszene und das Manager Magazin berichten, dass die großen Automobilbauer von Tesla vorgeführt werden. Es kommt sogar die Frage auf, warum man nicht in der Lage sei, die Neuerungen und Erfindungen wenigstens zu kopieren.

© Tesla
© Tesla

Eine Antwort liegt darin, dass Tesla seinen KundInnen viele Pleasure Points und Services zur Verfügung stellt. Wer Elektroautos fährt, macht sich zwangläufig Gedanken über die Energieversorgung. Hier stellt Tesla die „Superchanger“ zur Verfügung: ein kostenloses Stromtankstellen-Netz. Alleine in Österreich gibt es sie in Wien, Salzburg-Anif, St. Anton am Arlberg, Villach und Graz – weitere Standorte sind in Planung bzw. im Aufbau.


Außerdem vertreibt Tesla nur in eigenen Showrooms und Shops. Dort kann man sich in Designstudios das Wunschauto nach eigenen Wünschen zusammenstellen und danach ansehen. Ein Austausch mit anderen Fans ist dort ebenfalls möglich. Das vermittelt Exklusivität und Wertschätzung, weil nicht mehrere Autohersteller in einem Raum ausstellen und verschiedene Markenwelten kollidieren.

Dies führt zur Frage, wofür Tesla eigentlich steht?! Der Claim der Homepage sagt: „Tesla steht für eine Mission: Die Beschleunigung des Übergangs zu einer nachhaltigen Mobilität.“ – Es ist wäre nicht richtig, diesen Schritt im Jahr 2015 noch als Innovation anzupreisen. Die Idee der Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie ist schon vor Jahrzehnten geboren worden. Außer einigen Pilotprojekten kommt dieses Vorhaben bislang nur schleppend in die Gänge.

Was an Tesla fasziniert, sind einerseits die Progressivität und andererseits der hohe Designanspruch. Als relativ kleiner Weltkonzern hat es Tesla geschafft, sich auf dem Markt der mächtigen Konkurrenz zu etablieren. Man kann Autos anbieten, die zwar im Mittel- bis Oberpreissegment angesiedelt sind, dafür aber zuverlässig funktionieren: Der geringe Wartungsbedarf durch Batteriepakete, die erst nach 6-10 Jahren oder 160.000 Kilometern getauscht werden müssen, entsteht eine geringere Anzahl von Verschleißteilen. Die Etablierung dessen, was bei der Konkurrenz noch in Pilotprojekten umherschwirrt, darf man mit Recht als progressiv bezeichnen! Wir haben bereits über die Bedeutung von Design berichtet und kommen zu dem Schluss, dass Designer gestalten und entwerfen, artikulieren und ihre Identität ausdrücken – auf allen Sinnesebenen. Wenn wir uns die Automodelle von Tesla ansehen (bspw. in der Fotostrecke von „AutoBild“), verbinden sie Funktionalität mit Ästhetik.

Dies ist tatsächlich ein Begeisterungsfaktor, da Elektroautos anderer Hersteller oftmals vorgeworfen wurde, ihre Modelle/Entwürfe entsprächen keiner „ansprechenden” Optik. Diese Problematik wird von Tesla umgangen!

Design & Zielgruppenorientierung 

Wir wissen mittlerweile, dass Tesla im Mittel- und Oberklassesegment anzusiedeln ist. Auch deckt der Hersteller unterschiedlichste Zielgruppen ab: Geschäftsleute, UnternehmerInnen, sowie in Städten lebende Personen und „Baby Boomer” mit Jahres-Einkommen über 100.000 US-Dollar. Die Gemeinsamkeiten dieser Zielgruppen besteht in der Tatsache, dass sie vorwiegend männlich und entweder ökologisch interessiert sind oder sich für ein vollständig elektrisches Auto interessieren.

Doch Tesla möchte auch die Generation Y überzeugen und von sich begeistern, indem sie die oben erwähnten Automodelle ab ca. 30-35.000 US-Dollar anbieten. Die neuen Zielgruppen sollen in drei Segmente unterteilt werden: die Umweltfreundlichen, die technisch Versierten und die „Einsteiger” beim Thema Luxusautos.

Auch in Sachen Design ist Tesla am Puls der Zeit: Nicht nur die bereits erwähnten Designstudios (auch online) gehen auf die Bedürfnisse und Wünsche der FahrerInnen ein, auch bekannte Zeitschriften wie „Motor Trend” (hier wurde das Model S zum Auto des Jahres 2013 gekürt) erwähnen Tesla-Modelle und bringen die Marke in die Marke ins Gedächtnis der KundInnen.

Fancommunities und Kritik

Das „Forum für Tesla Fahrer & Freunde” und das „Teslamag” sind nur zwei Beispiele für die Realisation zweier unabhängiger Fancommunities, die Neuigkeiten und gemeinsame Erlebnisse aufbereiten. Was gerade diese beiden Plattformen von den Communities anderer Automobilhersteller unterscheidet ist die Tatsache, dass beide von Privatpersonen und nicht von Tesla selbst betrieben werden. Dies unterstreicht zusätzlich den Begeisterungsfaktor der „Marke Tesla”.

Wer allerdings glaubt, die Autos von Tesla seien vollständig perfekt, der irrt auch hier. Verschiedene TesterInnen berichten von Schwierigkeiten mit dem Navigationssystem, weil es sich vor allem durch die „Superchanger“ treiben lässt – und nicht durch die Wünsche des Fahrers/der Fahrerin. Außerdem merken viele an, dass die Marktanteile von Tesla noch lange nicht mit denen großer Konzerne vergleichbar sind und dass auch diese bald in Sachen Nachhaltigkeit aufholen werden.

Übrigens ist das Unternehmen ist trotz seiner „kleinen Größe“ vielseitig engagiert, so wird Ende 2015 die „Powerwall“ (ein Stromspeichersystem) auf den Markt kommen. Tesla baut die „Rundum-Sorglos-Pakete“ für FahrerInnen aus und sorgt immer wieder für neue Begeisterungsfaktoren.

Tesla setzt ein Zeichen in Richtung Zukunft und Flexibilität: Funktionalität, hoher Designanspruch, Begeisterungsfaktoren und große Fancommunities zeigen den Erfolg der „Marke Tesla”.

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Naming = Branding! Namen sind Wegweiser bei Konsumentscheidungen https://2023.comrecon.com/namen-sind-wegweiser-bei-konsumentscheidungen-naming-branding/ Fri, 26 Feb 2010 10:52:39 +0000 https://comrecon.wordpress.com/?p=86 Vornamen – was sagen sie über uns aus?

“Nomen est omen” wussten bereits die alten Römer. Namen sind Zeichen! Namen bezeichnen uns, sie eilen uns quasi in der Bewertung durch andere voraus. Diese Bewertung ändert sich aber auch im Laufe der Zeit. So waren vor einigen Jahren noch Namen wie Gertrud, Hildegard, Erna, Ilse, Adalbert, Theodor, Erhard usw. en vogue, heute sind es mehr Namen wie Mia, Lena, Leon, Jonas u.a. Wer demnach einen Namen trägt, den die Menschen vor 100 Jahren hatten, dem eilt nicht unbedingt der Ruf eines modernen Menschen voraus. Dieser Effekt der Namen haben Psychologen und Soziologen bereits vor Jahrzehnten herausgefunden. Wir sind also auch bei Namen nicht vor stereotypen Gedanken gefeit! So bewerteten laut einer Studie Lehrer Aufsätze von geläufigen Namen besser als ungewöhnlich klingende. Die Gründe dafür: 1. Mit wohlklingenden und beliebten Namen wird ein höherer gesellschaftlicher Status verbunden, 2. wird teils auch auf Erziehungs- und Fürsorgedefizite geschlossen.

Zu bedenken gilt es auch, dass Namen oft eine Herkunft haben: Claudia geht auf die Claudier, ein römisches Patriziergeschlecht, zurück. Die Wortherkunft kann sich aber auch von “claudere”, lat. “zuschließen”, “verschließen” ableiten. Der Name Felix bedeutet “glücklich”, “Glück bringend”. Mit dieser Konnotation lässt sich gut leben …

Jedenfalls gibt es altmodische, moderne und zeitlose Namen. Und die meisten haben eine geschichtliche Herkunft. Dies sollte man bei der Namensgebung berücksichtigen, um seine Kinder nicht unglücklich zu machen. Der letzte Ausweg wäre eine Namensänderung oder ein Künstlername, wenn man den Weg in die Öffentlichkeit sucht.

Klicken Sie sich auf der Seite der beliebten Vornamen ein – sehr spannend: www.beliebte-vornamen.de

Namen von Marken und Produkten – sagen diese auch etwas aus?

Es hört sich fast skurril ist an, dass Initialen unsere Kaufhandlungen mitentscheiden sollen! Miguel Brendl, Marketingprofessor an der Wirtschaftsschule INSEAD bei Paris, fand heraus, dass bei der Wahl von Schokoriegeln, die spontan bevorzugt wurden, die mit dem gleichen Buchstaben begannen wie der eigene Vornamen.

Einen weiteren Versuch führte der Sozialpsychologe Jozef M. Nuttin von der Uni in Leuven (Belgien) durch. Er entdeckte den Name-Letter-Effekt und wies in 12 Sprachen nach, dass Buchstaben aus dem eigenen Namen weitaus höher bevorzugt werden als nicht darin vorkommende.

Worauf lässt sich dies zurückführen? Die simple Antwort: Wir mögen, was zu uns gehört! Diese Tendenz nennt sich laut Psychologie “Implicit Egotism”, also “implizite Selbstbezogenheit”. Der eigene Name ist ein wichtiger Teil unseres Selbstkonzeptes. Implizit Assoziationstest (IAT) haben Sie vielleicht schon gehört. Auch dabei geht es um Einstellungen und unbewusste Reaktionen auf bestimmte Reize (wie Marken, Produkte, Namen etc.). Der IAT basiert auf der Annahme, dass das Gehirn Informationen nach ihrer Bedeutung gruppiert und speichert.

Was bedeutet das aus Sicht der Konsumenten? Es gibt einen unbewussten Sympathiebonus aufgrund des Namens – unabhängig davon, ob es sich um Personen, Unternehmen, Marken, Produkte etc. handelt. Selbstverständlich muss bei Produkten ein gewisses Bedürfnis nach dem Konsumgut bestehen, damit die emotionale Bedeutung des Namens noch einen Zuschuss zur Sympathie liefern kann.

Studien belegen auch, dass sich Menschen in Marken wiederfinden, da sie bestimmte Bedeutungen, Überzeugungen und Werte kommunizieren, wodurch sie zur Identitätsbildung beitragen. In vielen Produktkategorien haben wir ein dichtes Angebot. Vor allem in der Autobranche, der Nahrungsmittel, der Elektronik u.v.m. In der Fülle der Produkte zählt also nicht nur das richtige Produktversprechen, sondern auch der richtige Name. Markennamen müssen aktivieren.

Markennamen und Produktnamen sind semiotische Zeichen – sie tragen eine gewisse Bedeutung in sich. Sie identifizieren das Unternehmen oder das Produkt – möglichst eindeutig. Der Bezug von Name zu Marke oder Produkt ist ein symbolischer, da willkürlich gewählt. Auch bei Markennamen sollen Attribute vermittelt werden, die sich auf die Marke übertragen. Die Bedeutung, die beim Konsumenten entsteht, hängt weiters von seinem soziokulturellen Background ab. So stoßen wir immer wieder auf Probleme, wenn globale Markennamen in verschiedenen Ländern eine andere als intendierte Bedeutung haben (Beispiele folgen weiter unten). Starke Namen beeinflussen die Wahrnehmung der Konsumenten und geben ihnen Orientierung in der Fülle der Möglichkeiten.

Namen für Marken und Produkte werden entwickelt, um in der Zielgruppe Assoziationen und Erwartungshaltungen zu wecken. Sie bilden eine Reduktion der Attribute in codierter Form und tragen damit auch zum Image bei. Wichtig ist demnach, dass (nicht nur) die Zielgruppe den Namen richtig decodiert und versteht.

Man kann Marken- und Produktnamen in mehrere Kategorien einteilen:

  1. Übernahmen aus dem natürlichen Sprachbestand, lexikalische Übernahmen, geografische oder auch Personennamen: z.B. Seat Ibiza, Citroen C3 Picasso, Vöslauer Balance, Brunch, Die leichte Muh, Dreh & Drink, Claro, Clever, Magnum, Eskimo, iglo, Kuchenmeister, Waldquelle etc.
  2. Eigennamen: z.B. Melitta, Fürst Metternich, Mercedes etc.
  3. Buchstabenfolgen, Initialen, Zahlen: z.B. BMW, BMW 1er, Audi A3, VW, IBM etc.
  4. Verfremdete oder abgewandelte Formen: z.B. Ford Ka, Optiwell, Activia, Cremefine, Bio.k, Tassimo, Frosta etc.
  5. Kunstwörter mit starker Verfremdung, Neologismen: z.B. Nissan Qashqai, Froop, Pampers, Milka, Soletti, Labello etc.

Künstlich kreierte Marken- oder Produktnamen

Die fünfte Kategorie ist spannend, da der ihnen zugrunde liegende semantische bzw. symbolische Wert durch die phonetischen Attribute übertragen wird. Sie generieren neue sprachliche Symbole. Studien belegen, dass Buchstaben und deren Kombinationen unterschiedliche Konnotationen bezüglich Größe, Form, Helligkeit und Gesamteindruck eines Objektes erzeugen. Die Buchstaben <a> und <o> symbolisieren Tiefe und Größe, <i> hingegen ruft die Vorstellung von kleinen Dingen hervor. Bei den Konsonanten unterscheidet man weichklingende, stimmhafte Laute wie <d>, <l>, <m>, <n>, <w> und harte, stimmlose Laute wie <f>, <k>, <r>, <t>, <p>. Die weichen Konsonanten wecken Assoziationen von Harmonie, Weichheit, Sanftheit und auch Weiblichkeit während die harten Konsonanten mit Härte, Dynamik, Elan, Kraft und Männlichkeit in Verbindung stehen.

Die Namenskreationen sollen motivieren, stimulieren und sympathisch sein.

Coca-Cola versus Pepsi Cola: Wir alle kennen die Blindverkostungen der beiden Marken. Die Frage ist, warum Coca-Cola trotz schlechteren Abschneidens in Blindverkostungen trotzdem höhere Marktanteile besitzt und sympathischer bewertet wird? Die Marke Coca-Cola besitzt mehr Strahlkraft. Mittlerweile gibt es auch Tests in Kernspintomographen, bei denen die Gehirnaktivitäten ersichtlich werden. Interessanter Unterschied: Coca-Cola stimuliert den medialen präfrontalen Kortex (vordere Gehirnregion), der für höhere kognitive Fähigkeiten der Menschen und dessen Selbstbild verantwortlich ist. Pepsi jedoch nicht. Das heißt: Die Eigenschaften eines Produktes sind schwächer als die psychologische Wirkung der Marke.

Der semantische Wert der beiden Marken unterscheidet sich und untermauert die Ergebnisse der Aktivitäten im Gehirn. Coca-Cola ist eine Wortwiederholung, bei der sich ein Buchstabe ändert. Die <o> <a> Kombination verlängert die Aussprache und wirkt wie <oohh> und <aahh> – das wiederholt wird. Pepsi ist ein Wort mit harten Konsonanten und einem Vokal. Die Silben <Pep> und <si> wirken härter als bei <Co> <ca>, das Wort Pepsi wird schneller gesprochen. “Coca-Cola” hat den Vorteil der Wiederholung und der Tonalität der Buchstabenfolge.

Automarken und Modellbezeichnungen – was sagen sie uns?

Es gibt Marken und es gibt Modelle. Dabei werden unterschiedliche Namensstrategien angewendet. Es kommen alle oben genannten Kategorien zum Einsatz, die ich hier beleuchten möchte:

  • Übernahmen aus dem natürlichen Sprachbestand, lexikalische Übernahmen, geografische Bezeichnungen
    Immer noch hält der Trend zur Anglisierung im deutschen Sprachschatz Einzug. In der Automobilbranche scheint dies weniger der Fall zu sein. Außer es handelt sich eher um Autos, die Spaßfaktor vermitteln wie Smart Fortwo und Forfour, VW Beetle sowie einige Geländewägen wie Ford Discovery, Ford Explorer, Toyota Landcruiser etc. Es wird mehr auf romanische Bezeichnungen zurückgegriffen. Der Vorteil ist die internationale Verständlichkeit. Latinisierte Namen vermitteln Werte der Zuverlässigeit, Tradition, Beständigkeit. Dies sind z.B. Nissan Primera, Opel Signum, Opel Omega, Lancia Thesis. Volvo leitet sich auch ursprünglich aus dem Lateinischen ab von <volvere>, <rollen>. Fiat setzt auf verschiedene Namen wie Uno, Panda, Punto etc. Honda entlehnt Worte aus der Musik: Prelude, Jazz, Accord. VW verwendet Winde als Modellbezeichnungen: Golf, Bora, Passat, Scirocco. VW bedient sich aber auch diverser (gefallener) Gottheiten: Eos (Göttin der Morgenröte), Phaeton (göttlicher “Bruchpilot”, Sohn des Sonnengottes).
    Missgriffe in Sachen Attraktivität zeigen z.B. Opel Kapitän oder Toyota Opa.
  • Eigennamen
    Der wohl bekannteste Vertreter dieser Kategorie ist Mercedes – benannt nach der Tochter des besten Geschäftspartners. Toyota ist der Firmensitz der gleichnamigen Automarke. Witzigerweise heißt der Gründer Kiichiro Toyoda. Adam Opel gab der bekannten Automarke seinen Namen. Audi würde beinahe zu dieser Gruppe zählen: Aufgrund namensrechtlicher Probleme hat der Gründer August Horch seinen Namen ins Lateinische übersetzt.
  • Buchstabenfolgen, Initialen, Zahlen
    Die Premiummarken Audi (A3, A4, A6, A8, Q7), BMW (1er, 3er, 5er, 7er, Z4, X5), Jaguar (XJ, XK, XF), Mercedes (A-, B-, C-, E-, S-Klasse), Volvo (C30, V50, V70, XC60) verwenden Zahlen und/oder Buchstaben für ihre Modellbezeichnungen. Marken aus dem mittleren und unteren Preissegment bedienen sich mittlerweile dieses Prinzips, um die Wertigkeit zu unterstreichen: Hyundai bietet den i10, i20 etc. an und kopiert im Design Premiummarken wie BMW.
    Zahlen und Buchstaben drücken Sachlichkeit und Konstanz aus, aber auch Tradition und technische Leistung. Zahlen sind natürlich auch objektiv messbar und vergleichbar – Namen nicht. Je höher die Nummer oder der Buchstabe im Alphabet, desto höherpreisiger, leistungsfähiger und komfortabler der Wagen. Dies hat der Konsument bereits gelernt. Ebenso haben wir gelernt, dass <X> für Allradantrieb verwendet wird. Der Konsumentenfokus liegt in dieser Gruppe auf der Herstellermarke, die für bestimmte Werte steht – ein bestimmtes Image transportiert. Die Marke ist der Garant für Qualität, die Modelle sind Ausformungen und profitieren von der Markenstrahlkraft und ihrer Reputation.
  • Verfremdete oder abgewandelte Formen
    Opel Tigra, Ford Ka, Hyundai Galloper, Hyundai Grandeur, VW Tiguan, Skoda Roomster, Chrysler Voyager etc. Diese Namen basieren auf lexikalischen Vorlagen, wurden jedoch abgewandelt oder verfremdet. Damit wird das Gefühl des Bekannten geweckt und doch auch der Eindruck des Neuen vermittelt.
  • Kunstwörter mit starker Verfremdung, Neologismen
    In dieser Kategorie spielen die phonetischen Attribute und der damit zusammenhänge symbolische Raum aus Vokalen und Konsonanten und das Lautbild eine wesentliche Rolle. Wählt man kurze oder längere Bezeichnungen – handelt es sich um einen kleinen oder großen Wagen? Symbolisiert er Männlichkeit oder Weiblichkeit? Sportlichkeit oder Sicherheit?   Tigra, Testarossa: Die Konsonanten <t>, <r>, <s> bringen durch die Schnelligkeit und Härte in der Aussprache Konnotationen der Männlichkeit und Stärke zu Tage. Während Jimny, Lybra, Megane etc. durch die weichen Konsonanten und die längere Betonung der Vokale mehr Weichheit in die Aussprache bringen. Micra, Clio, Twingo bezeichnen durch das <i> in Kombination mit der Kurzeit und schnellen Aussprache des Wortes die Kleinheit des Wagens. Espace, Sharan, Kangoo vermitteln durch die lang gesprochenen Vokale die Größe des Vans und das Gleiten auf der Straße durch das lange <s>, <sch>, <ng>.

Aus dieser Sicht gilt es auch zu hinterfragen, warum die Marke Opel über die Jahre hinweg Marktanteile verloren hat. Eventuell liegt es auch an der Unstrukturiertheit der Namensgebung. Es wurden aus fast allen Kategorien Namen gewählt. Die Namen der Modelle zeigen keine Abgrenzung innerhalb der Herstellermarke, aber auch nicht im Vergleich zu den anderen Marken. Ob Astra, Insignia, Corsa, Zafira, Meriga, Vectra etc. – es sind Namen, die keine Rückschlüsse auf die Vorzüge des Modells zulassen.

Fehlschläge bei der Namensgebung

  • Mitsubishi Pajero > Namensgeber war eigentlich eine südamerikanische Pampaskatze, die die Attribute Schnelligkeit, Wendigkeit und Stärke übertragen sollte. Übersehen wurde jedoch, dass der Begriff in der spanischen Umgangssprache mit dem deutschen Schimpfwort “Wichser” übersetzt wird. Das Modell fand in spanischsprachigen Ländern kaum Absatz. Das Modell wurde dort in Montero umbenannt.
  • Chevrolet Nova > Wiederum im Spanischen ein Problemfall, da “no va” so viel bedeutet wie “geht nicht”. Die ursprünglich intendierte Bedeutung war eine astronomische Erscheinung.
  • Toyota MR2 > In Frankreich abgelehnt, weil die Aussprache der Buchstaben-Zahl-Kombination “Merdeux” und damit “Scheißer” bedeutet. Infolge nannte man den Wagen in Frankreich nur noch MR.
  • Toyota Opa > Ableitung aus dem Portugiesischen “opa!”, was so viel bedeutet wie “Oha!” als Ausdruck von Überraschung. Im deutschsprachigen Raum drückt dies wohl eher eine andere Art der Überraschung in Bezug auf ein Auto aus.
  • Mitsubishi iMIEV > In der deutschen Aussprache klingt der Name des E-Autos wie “Mief”.
  • Dodge Placenta > Bringt ebenso branchenfremde Konnotationen zu Tage.
  • Ford Probe > Der Sportwagen scheint nur für eine Probefahrt gereicht zu haben. Er wurde vom Markt genommen.

Die Vergabe von Namen ist kein leichtes Unterfangen und sollte gut geprüft werden, bevor man zur “Taufe” schreitet. Gerade die semantischen Wertefelder und Bedeutungsräume sollten klar abgeklärt werden. Ist der Name raus, kann Vieles schieflaufen.

Ihre Charlotte Hager von comrecon°

Artikel zum Weiterlesen

Gehirn&Geist: “Die Macht der Initialen“, 6.2.2009

Gehirn&Geist: “E-Mail-Adresse lässt auf Persönlichkeit schließen“, 7.5.2008

Stern.de: “Die 10 peinlichsten Autonamen“, 10.11.2009

Stern.de: “Keiner will den ‘Wichser’ fahren“, 4.12.2006

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