Notice: Function _load_textdomain_just_in_time was called incorrectly. Translation loading for the redux-framework domain was triggered too early. This is usually an indicator for some code in the plugin or theme running too early. Translations should be loaded at the init action or later. Please see Debugging in WordPress for more information. (This message was added in version 6.7.0.) in /www/htdocs/w00a383b/2023.comrecon.com/wp-includes/functions.php on line 6170

Notice: Function _load_textdomain_just_in_time was called incorrectly. Translation loading for the insert-headers-and-footers domain was triggered too early. This is usually an indicator for some code in the plugin or theme running too early. Translations should be loaded at the init action or later. Please see Debugging in WordPress for more information. (This message was added in version 6.7.0.) in /www/htdocs/w00a383b/2023.comrecon.com/wp-includes/functions.php on line 6170
Aufmerksamkeit – 2023.comrecon.com https://2023.comrecon.com Fri, 10 Oct 2014 11:49:00 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Die Entmystifizierung der Praline – Trumpf Young Range https://2023.comrecon.com/die-entmystifizierung-der-praline-trumpf-young-range/ Fri, 10 Oct 2014 11:49:00 +0000 https://comrecon.wordpress.com/?p=675 Trumpf hat eine neue Art der Praline geschaffen, die dem Konservativen und Exklusiven den Rücken zukehrt, um dem robusten und frechen Genuss zu jeder Zeit Platz zu machen. Genuss wird neu definiert: Es geht mehr um „pleasure“, den impulsiven Genuss: den Hedonismus im Hier und Jetzt, ohne Reue und vor allem auch für sich selbst.

trumpf_young_wow_150g_1077Der Mix aus englischer und deutscher Sprache unterstreicht unter anderem das jugendliche Denken und spricht damit unterschiedliche Käufer-Typen an.

Die Packungen spielen mit vielen visuellen Elementen, die Aufmerksamkeit erregen und zum weiteren Hinsehen und Beschäftigen mit der Packung auffordern. Vor allem der Einsatz von Empfindungswörtern bzw. Reflexlauten wie „WOW“, „BOAH“, YEAH“, und „MMH“ drücken Bewertungs- und Willenshaltungen aus, die dem Betrachter suggeriert werden und gleichzeitig neugierig machen. Im Moment des Lesens entsteht ein Gefühl – danke, liebe Spiegelneuronen –, es wahrlich zu erleben. Durch das Lesen des Wortes gelangen wir in einen Gefühlszustand, der vom Betrachter geradezu überprüft werden muss.


 

trumpf_young_boah_150g_1079

Die Anordnung der Pralinenstücke auf der Packung zeigt auch, dass die Pralinen den Rahmen (des inneren geprägten Quadrates) durchbrechen. Dies ist ein Zeichen der Andersartigkeit und des Regelbruches. Die auf der Packung abgebildeten Pralinen haben unterschiedliche Größen und man kann sie aufgrund der Prägung bereits auf der Packung fühlen. Räumlichkeit und damit „Begreifbarkeit“ wird damit auf mehreren Ebenen vermittelt.

Das Öffnen der Packung erinnert an das Öffnen eines Geschenkkartons. Die Packung macht neugierig auf das, was sich darin verbirgt. Selbst durch die Plastikfolierung spürt man die Unterschiede der Prägungen und Schriften – ein haptisches Erlebnis, dass das Produkt interessant macht.


Ebenso finden sich kommunikative Codes und Visuals, die der Produktkategorie entsprechen: Das Produkt selbst hält sich an gewohnte Formen, wenn auch in einer leicht abgewandelten Form. Auch finden sich strukturierende Elemente im Design, die das Wilde und Rebellische des Produktes im Zaum halten: symmetrische Anordnung der grafischen Elemente, quadratische Form der Packung, Quadrat im Quadrat, Blocksatz, klare Linien im Blickverlauf.

Die Packung weist im Handling eine gewisse Robustheit auf, vor allem die kleinen Packungen sind für unterwegs sehr gut geeignet. Und sie markieren den Besitzer – sie implizieren, dass man anders ist und anders denkt, Strukturen durchbricht.


trumpf_young_mmh_mono_50g_1076Die Packungen erzeugen ein multisensuales Erlebnis aus Visualität, Geschmack und Haptik: Während man die Praline isst, sieht man wieder auf die Packung und unterbewusst prüft der Autopilot, ob das Versprechen auch zum Geschmack passt. Es entsteht eine Wechselwirkung aus visueller und gustatorischer Empfindung in Bezug auf die Gesamtwahrnehmung. Beim Berühren der Packung mit den Fingerkuppen spüren wir unterschiedliche Oberflächen, die wiederum unterstreichen, dass dies ein andersartiges und vielfältiges Produkt ist – es ist bunt, und das auf mehreren Sinnesebenen.


trumpf_young_yeah_150g_1082

Die Packung schafft es, durch die Disharmonie in der Harmonie, die Aufmerksamkeit zu wecken, damit man sich mehr mit der Packung und der Botschaft beschäftigt. Alles ist sehr zentriert, proportional und symmetrisch angeordnet und entspricht damit auch der Korrektheit der Marke Trumpf, die auch andere Produkte im Bereich Pralinen anbietet.


 

Fazit

Das gesamte Packungsdesign bricht mit dem Rahmen des Gewohnten. Die Trumpf Young Range ist keine Praline, sondern ein Geschmackserlebnis im Hier und Jetzt! Der Appell an den sofortigen Verzehr wird gesetzt. Diese Pralinen können immer gegessen werden – Sünde, die man offen zeigen darf. Auch die Gewichtsangabe mit dem Zusatz des jeweiligen „pleasure Attributes“ untermauert das Gefühl, Hedonist sein zu dürfen.

Diese Analyse wurde auch im A3 Marketing Media Adscience 09/2014 abgedruckt.

]]>
Durch An-sehen zu Ansehen https://2023.comrecon.com/durch-an-sehen-zu-ansehen/ Wed, 16 Jun 2010 14:47:52 +0000 https://comrecon.wordpress.com/?p=174 Biologische Mechanismen
Unter den Menschen herrscht seit jeher Konkurrenz hinsichtlich Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Dies basiert auf einfachen biologischen Strukturen, die wir alle in uns tragen: Maximierung des Potenzials zur Reproduktion. Ja, wir wollen Aufmerksamkeit, um mehr Chancen im Leben zu haben. Paul Gilbert spricht dabei vom “social attention-holding potential” (SAHP). Wir sind dabei immer im Vergleich der eigenen Stärken mit denen der anderen.
Erhält ein Gruppenmitglied viel ungeteilte Aufmerksamkeit, steigt das Ansehen des Individuums. Einzelpersonen, die ignoriert werden, sind zu einem niedrigeren Status verurteilt. Das altruistische Element: Wer anderen Vorteile verschafft, erhält mehr Aufmerksamkeit und erzielt höhere SAHP-Werte. Aber auch, wer viel Aufmerksamkeit erhält, hat mit größerer Wahrscheinlichkeit einen großen Nutzen für die Gruppe.

Phänomen Facebook & Social Media

In Facebook und anderen Social Media Plattformen kämpfen wir um Kontakte und “Gefällt mir”-Bekundungen. Der Grund für Freundschaften mit längst verabschiedeten Freunden in der realen Welt liegt eben im SAHP. “Seht mich an”, dann steigt mein Ansehen.
Gefühle und Hochstimmungen sind evolutionsbedingte Mechanismen zur Lösung adaptiver Probleme von Status-Hierarchien.
In Facebook kommt der symbolische Interaktionismus hinzu. Das heißt, die persönliche Identität, das Selbst, entwickelt sich zwar nicht über Facebook, aber es wird anderen dadurch dargestellt. Symbole wie Bekundungen, welche Marken und Seiten man gut findet, strahlen auf die eigene Persönlichkeit ab. Man kann zeigen, wer man ist und wie man denkt. Das soziale Selbst – das Bild, das andere von mir haben (sollen) – kann dadurch gesteuert werden. Facebook repräsentiert damit mich. Dadurch entsteht auch mehr Nähe zu anderen, da man sie an seinen persönlichen Ritualen und innersten Wünschen teilhaben lässt. Mit dem Ziel: das social attention-holding potential zu erhöhen. Denn auch hier zählt: Wer die meisten angesehendsten Freunde hat, spielt in der oberen Liga mit und wird begehrlich für die anderen.

Künstliches Ansehen

Ansehen wird auch tagtäglich künstlich generiert: durch Medienberichterstattung oder Werbung. Oftmalige Penetration erzwingt das “Ansehen” und löst damit den alten, evolutionären Reflex in uns aus: Das muss wichtig sein! An-sehen generiert Ansehen.
Ein weiterer Effekt kommt dabei hinzu: Oftmaliges Wahrnehmen schafft Vertrauen und Sympathie. Wenn man etwas oft sieht, dann hat es hohe Relevanz. Der dadurch entstehende Impact führt zu Aktivierung und steigert wiederum die Relevanz. Wiederholungen von Botschaften und das Sichtbar-Sein ist notwendig, um in doppeltem Sinne “angesehen” zu werden.

Wenn Ansehen zu viel wird

Doch Vorsicht: Oftmaliges Wiederholen der immer gleichen Botschaft führt zum Wear-out, also der Langeweile, da keine neue relevante Information mehr geboten wird. Noch schlimmer, wenn die Schwelle überschritten und Reaktanz ausgelöst wird – Ablehnung der Botschaft und mitunter des Unternehmens, der Marke.
XXXLutz ist hier stark an der Kippe, schafft es aber doch immer wieder durch neue Geschichten, neu zu beleben. Jedoch ist auch hier fraglich, wie lange das noch gut gehen kann.
Andere Unternehmen erzielen hohe Bekanntheits- und Sympathiewerte bei Imageanalysen, jedoch entwickelt sich die Marke nicht weiter, der Absatz nimmt nicht zu. Dies liegt eben diesem Modell zugrunde: Das Ansehen ist vorhanden, aber die zusätzliche Information fehlt.

Bedeutungen schaffen

Es ist wichtig, Bedeutungsmanagement zu betreiben, um den evolutionären Mechanismen Rechnung zu tragen: Lernen, Konditionierung, Orientierung, Attraktivität etc.

Weiterführende Links

Evolutionäre Psychologie https://bit.ly/aWvWXF
social attention-holding potential https://bit.ly/c7Vv0y
Symbolischer Interaktionismus https://bit.ly/9DoGOS
XXXLutz Leserstimmen: https://bit.ly/dhLNoh
Ich freue mich auf Ihre Kommentare. Ihre Charlotte Hager von comrecon°.
]]>