Johannes Ellenberg führte in seinem Lebensunternehmer Podcast ein Gespräch mit Charlotte Hager über ihr berufliches und privates Leben.
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Was machen gute Brands anders? Warum bleiben manche Marken einfach besser im Gedächtnis als andere? Was sind „Love Brands“? Sie glauben, Brand Experience funktioniert nur bei Konsumgütern wie Bier oder Autos? Weit gefehlt. Auch Unternehmen, die Dienstleistungen oder Services anbieten, können Anziehungskraft ausüben, sodass sie gegenüber anderen Marken oder Anbietern bevorzugt oder gar „geliebt“ werden. Mal unter uns: Welche Marken lieben Sie? Warum?
Arno Fischbacher, “The Voice”, Wirtschafts-Stimmcoach, Rhetoriktrainer, Redner und Autor im Gespräch mit Motiv- und Zeichenforscherin Charlotte Hager.
Hören Sie den gesamten Dialog hier:
„Audio ist für mich tatsächlich ein Kanal, der noch unbewusster stattfindet als Video. Radio ist der Schlüssel, der eine Tür aufmacht, um weitere Botschaften zu transportieren”, so Charlotte Hager.
Sehen und hören Sie das gesamte Interview hier:
Hier finden Sie auch einen Nachbericht des Medianet “Ein akustisches Hörbild erschaffen“.
]]>Ich sag’s ganz ehrlich: Ich frage mich langsam, woran liegt es, dass wir immer über Klopapier sprechen? Und, dass Regale während der Corona Krise einfach leer gekauft sind? Was ist los? Und vor allem beschäftigt mich die Frage: Was ist eigentlich mit mir los, weil ich kein Klopapier hamstere? Was stimmt mit mir nicht? Muss ich zum Arzt (nach Corona)?
Also beginne ich langsam, mir Gedanken zu machen, ob ich nicht auch Klopapier zu Hause einlagern sollte. Wem von ihnen ist es auch so gegangen?
Also möchte ich hier meine Hypothesen zum Thema Klopapier Hamsterkauf mit Ihnen teilen. Ich sehe dabei mehrere Effekte.
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Was kann es Schlimmeres geben, als kein Klopapier daheim zu haben? Nahrung kann ich mir besorgen und ich kann noch mal ein paar Tage ohne Nahrung Leben, aber was passiert, wenn ich kein Klopapier habe? Überlegen Sie mal – ich meine es ernst!
Wir stehen vor einer peinlichen und sehr unangenehmen Situation. Ein Tabuthema in unserer Gesellschaft wird offensichtlich. Die Körperfunktionen zur Erleichterung sind in unserer Gesellschaft einfach tabu. Wenn wir nun vom COVID -19 hören, haben wir Angst, die Kontrolle über uns zu verlieren.
Die Medien zeigen es ja sehr gut, dass wir völlig machtlos gegenüber COVID-19 sind. Das Virus verbreitet sich trotz aller Maßnahmen. Also, wenn es schon die Politiker und Ärzte nicht in der Hand haben, wie kann ich mich dann schützen? Da liegt es nahe, dass wir Menschen den Drang verspüren, uns und unsere Liebsten vor Schaden und Peinlichkeiten zu bewahren. Und was ist da wichtig für uns? Es ist die Selbstkontrolle und Selbstachtung. Denn, könnte ich noch in den Spiegel schauen, wenn ich mir nicht mal mehr den A… abwischen kann? Wie weit bin ich dann gesunken? Ich lebe quasi wie ein Tier, aber nicht mehr in meiner vollen Menschenwürde.
Bleiben wir beim Thema Kontrolle. Wir wissen derzeit gar nicht, wie lange die Ausgangssperre noch aufrecht erhalten bleibt. Wir wissen auch nicht, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Die Politik setzt Maßnahmen in Windeseile, so dass in uns das System des Überlebens aktiviert wird. Also was, wenn wir nicht mehr raus dürfen und kein Klopapier mehr daheim haben?
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich kaufe Klopapier erst dann, wenn ich keines mehr habe. Ich denke den meisten geht’s genauso. Also, was, wenn wir zwei Wochen oder länger isoliert bleiben müssen, keine Chance haben uns vorzubereiten? Und was, wenn dann kein Klopapier mehr vorhanden ist? Dann haben wir ein sch… Problem.
Noch ein Problem mit dem Klopapier: Klopapier ist nicht so einfach ersetzbar. Klopapier ist Klopapier. Oder wie sehen Sie das? Wer mag Klopapier schon substituieren? Und womit? Was bleibt denn, wenn es kein Klopapier gibt? O. k. dann gibt es Taschentücher, es gibt Küchenrollen, es gibt ääähhhh Stofftücher, Handtücher (*igitt*).
Mehr vernünftig Optionen fallen mir beim besten Willen nicht dazu ein. Und ganz ehrlich, ich mag Taschentücher und Küchenrollen nicht so gern an meinen intimen Stellen des Körpers. Und Sie?
Aber bei den Nahrungsmitteln zu substituieren fällt es uns leichter. Ich kann Tomaten durch Dosentomaten setzen oder umgekehrt, ich kann Bohnen in der Dose kaufen oder im Säckchen zum selber Einweichen über Nacht. Ich kann statt einer Zucchini eine Melanzani (Aubergine) nehmen, ich kann mal auf Fleisch verzichten und was anderes essen und dann gibt es noch die unzähligen Nudelvariationen. Also, die Knappheit hat nicht die gleiche Dramatik wie bei Klopapier.
Warum fällt uns das Klopapier denn überhaupt auf? Weil Klopapier grrrooooß ist! Es benötigt einfach riesen Flächen im Regal. Also, wenn dort ein paar Rollen fehlen, fällt das auf! Kauf ich mir die gleiche Menge Dosen oder Handdesinfektionsmittel, fällt es im Regal eher weniger auf. Es geht also auch noch um Wahrnehmungseffekte. Das ist der Scheiß mit Klopapier: viel Lagerfläche für wenig Produkt.
Das nächste Problem entsteht in unserem Kopf: Wenn das Regal ausverkauft ist, herrscht Knappheit, herrscht Notstand! Wir müssten also dringend etwas tun. In Social Media und auch den klassischen Medien wird quasi stündlich darüber berichtet, dass das Klopapier ausverkauft ist – da bekomm ich es auch langsam mit der Angst zu tun! Unser Überlebenssystem schaltet sich ein. Wir müssen also auch handeln – JETZT!
Bilder von leeren Regalen und Einkaufswagen voller Vorräte haben die Nachrichten nahezu überschwemmt. Wir sehen Bilder von Panikkäufen und nehmen nach einer gewissen Zeit an, dass es doch einen Grund dafür geben muss. Und genau hier entsteht der Effekt, dass wir auch beginnen, verdammtes Klopapier zu kaufen, obwohl wir noch gar keines benötigen. Einfach, weil wir das Gefühl der Knappheit verspüren, und das macht unsicher.
Wir Menschen sind soziale Wesen und suchen permanent nach Hinweisen, was für uns gefährlich und was sicher ist. Wir erleben also gerade den Ansteckungseffekt der Angst. Und wenn wir sehen, dass etwas knapp wird, kaufen wir es auch und beginnen damit den Teufelskreis der künstlichen Knappheit.
Das ist auch der Punkt, an dem ich anfange, darüber nachzudenken, was mit mir nicht stimmt! Also fange ich fortan auch an, Klopapier zu kaufen. Ich will ja nicht die Einzige sein, die dann keines mehr bekommt, wenn es notwendig ist!
Aus meiner Sicht entsteht dieser Effekt dann, wenn ich alles, was notwendig ist zum Überleben, schön zu Hause gehortet habe. Ich das Gefühl der Sicherheit habe, mindestens die nächsten 3-4 Wochen, ohne das Haus zu verlassen, überleben kann. Dann wird’s gemütlich, dann ab auf die Couch, Päckchen Chips in der Hand, alles durcheinanderessen und trinken, was das Zeug hält. Wenn ich dann vom vielen Essen und Trinken Durchfall bekomme, auch egal. Ich habe ja genug Klopapier zu Hause.
Am Ende möchte ich zur Ehrrettung der Österreicher und Deutschen doch auch betonen, dass nicht nur wir das Klopapier hamstern und horten, sondern noch ganz viele andere Länder dieser Welt wie Australien oder Japan. Wir sind mit unserer Urangst also nicht allein.
Der klinische Psychologe und Autor von „The Psychology of Pandemics“, Steven Taylor, erklärt das Verhalten damit, dass das neuartige Coronavirus den Menschen Angst macht, weil es unbekannt ist, weil es neu ist. Wir hören viele widersprüchliche Botschaften und auch über das damit verbundene Risiko. Wir hören auch von unseren Politikern, dass wir uns darauf vorbereiten sollen. Die logische Schlussfolgerung aus seiner Sicht ist, dass Menschen auf Extreme zurückgreifen. Er sagt, wenn du Menschen sagst, dass etwas Gefährliches kommt, aber alles was sie tun müssen, ist ihre Hände zu waschen, scheint die Aktion nicht proportional zur Bedeutung zu sein. Heißt, wir glauben nicht, dass das alleine wirken soll. In unserem unbewussten System geht ab: „Besondere Gefahr erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen.“
Ob da wohl auch der Spruch: „Ich sch… mich an!“ herkommt?
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]]>SEMPL is a must-attend conference for everyone who wants to stay in touch with the latest marketing, media and communication trends. Charlotte Hager presents “Planet Audio 2025”: Think the Present, Model the Future! A creative mixed-method approach of Online Forums and Lego® Serious Play® Workshops. Für mehr Informationen zur Konferenz klicken Sie hier.
Die versteckten Botschaften der Wahlplakate. Eine semiotische Analyse der Wahlplakate zur Nationalratswahl 2019 in Österreich
Wir erleben wie jedes Mal einen Wahlkampf der Mimik, Gestik und auch der Bildbotschaften und geschriebenen Versprechen. Wir werfen einen Blick darauf: Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Auch im Wahlkampf.
In a nutshell: Sebastian Kurz präsentiert sich als primus inter pares mit dem Ziel Klarheit und Stabilität zu schaffen. Das Dreamteam Norbert Hofer und Herbert Kickl – gemeinsam Bestehendes bewahren und Gefahren verhindern. Pamela Rendi-Wagner als schwache Heldin, die das Volk braucht und Verantwortung abgibt. Die Grünen, die uns zum Perspektivenwechsel führen, aber uns ebenso mit der Buntheit überfordern. Die Neos, die mit komplexen Botschaften nur Insider erreichen.
Bei der ÖVP sieht man eine klare Storyline durch die verschiedenen Werbewellen.
In der ersten Welle wurde Sebastian Kurz klar als einer von uns inszeniert. Gemeinsam mit Menschen, als primus inter pares. Er agiert auf Augenhöhe, lacht und zeigt Aufmerksamkeit gegenüber anderen. Die Plakate sind auch sehr stimmig und klar aufgebaut: Lesefluss von links oben nach rechts unten. Die Doppelung von „Die neue Volkspartei“ ist kein Zufall. Wir lesen links oben worum es geht, entschlüsseln Bild und Textbotschaft und finden den Schlusspunkt wieder im Absender und vor allem der klaren Handlungsaufforderung des Kreuzchens vor ÖVP.
Die türkisen Linien gehen erst nach unten, dann nach oben, Sebastian Kurz darin eingebettet. „Das ist mein Kanzler“ antizipiert, dass er Kanzler ist und bleiben soll.

„Einer, der am Boden bleibt.“ zeigt ehrliche Freude und Spaß. Sowohl bei Sebastian Kurz als auch beim kleinen Buben. Bild und Text verstärken einander in der Botschaft: Kurz ist geerdet, hat Spaß, ist menschlich und nahbar. Auch, wenn er Hemd und Sakko trägt.

„Einer, der unsere Sprache spricht.“ zeigt Sebastian Kurz in privater Kleidung – er ist auf Augenhöhe mit der Bevölkerung. Inmitten der Natur spricht er mit zwei Frauen beim Wandern. Es ist ein echtes Gespräch. Wir sehen Kurz, wie er der Frau zuhört.

„Einer, der in Europa Stärke zeigt“ zeigt Kurz inmitten von Journalisten, bedrängt und dennoch wirkt er gelassen, stark und den Fragenden zugewandt. Seine linke Schulter leuchtet heroisch. Er zeigt Lockerheit und Rückgrat. Er vermittelt hier Stärke und Einsatz. In Kombination mit dem Text erleben wir auch hier eine Verstärkung der Botschaft: Er zeigt da draußen Stärke für uns.

„Einer, der auf unsere Werte schaut.“ Werte sind ein wichtiges Wort. Gesellschaften wollen ihre Werte nicht verletzen. Welche Werte das sind, sehen wir durch die Abbildung der Personen: Es sind die älteren Generationen, die Halt in der Gesellschaft behalten wollen. Irritierend ist hier jedoch die Text-Bild-Kombination: Der Hauptakteur ist der ältere Mann mit dem erhobenen Zeigefinger. Sein Mund leicht geöffnet, er spricht gerade. Kurz sehen wir unscharf von hinten und er ist weiter oben als die anderen Personen. Die Gestik des älteren Mannes in Kombination mit dem Text ergibt eine ungewollte Entschlüsselung: Hier wird nämlich ausgessagt, dass der ältere Mann derjenige ist, der auf unsere Werte schaut, nicht Kurz. Eine andere Gestik des älteren Mannes wäre hier besser gewesen. Beispielsweise ein wohlwollendes Zuhören und Nicken.
Die erste Werbewelle zeigt also Sebastian Kurz in vielen Rollen, jedoch immer menschlich, geerdet, sicher und souverän. Die vermittelten Werte dieser Welle: bewahren, Sicherheit, Erdung, Menschlichkeit und Nähe.
Die zweite Werbewelle zeigt eine klare Botschaft – ich schaffe Klarheit:

Die Farbgebung des Bildes ist auch zu bemerken: Als wäre ein leichter Silberfilter über sein Gesicht gelegt. Er wirkt klar, fein, glatt und ein wenig stählern. In seinem Rücken die Österreich-Fahne und der Blick zurück zu dem was ist und war. Er ist bereit, Klarheit zu schaffen und den Weg zu ebnen. Nun sehen wir rechts unten wiederum eine klare Aussage, diesmal: „Österreich braucht seinen Kanzler!“ Ein klarer Appell an die Bevölkerung, eine Feststellung.
Die ÖVP inszeniert ihren Spitzenkandidaten Sebastian Kurz als Helden, der dem Volk nahesteht. Er ist primus inter pares, einer von uns, der unsere Sprache spricht. Er präsentiert sich stark, geerdet und bereit aufzuräumen und Klarheit zu schaffen. Eine klare Storyline ist erkennbar: Zuerst zeigt er sich als Teil der Gesellschaft und dann geht er gestärkt im Sinne des Volkes hinaus, um Klarheit zu schaffen.
Die FPÖ trumpft auf mit dem Prinzip Good Guy / Bad Guy und präsentiert zwei Frontmänner mit Norbert Hofer und Herbert Kickl. Auffällig, dass Norbert Hofer sich als der Fröhliche und Lachende präsentiert. Kickl kommt mit ernsten Themen und pocht auf Sicherheit und Kontrolle. Auffällig ist, dass die Plakate keine Storyline haben, keinen roten Faden, uneinheitlich wirken. In der Vergangenheit hat die FPÖ dies perfekt beherrscht.

„Einer, der unsere Werte noch lebt.“ Ein ähnlicher Spruch wie bei Kurz. Wer hat’s erfunden? „Einer, der …“ ist sehr beliebt, wie wir sehen, denn er wird von Kurz, Hofer und Kickl verwendet. Er hebt Einzelpersonen hervor und präsentiert sie in ihrer Stärke und ihrem Versprechen nach Außen.
Hofer präsentiert sich in der Natur, jedoch ist der Hintergrund kühl, blass und wirkt kalt. Das Stahlgitter ist ein Zeichen. Es steht für Abgrenzung, seine Hand am Zaun zeigt, dass er es im Griff hat. Hätte er Natur und mehr Natürlichkeit vermitteln wollen, wäre mehr Farbigkeit zu sehen und auch das Gitter wäre z.B. aus Holz gewesen. Die Jacke ist ein Zeichen: Jack Wolfskin ist die Outdoor-Marke der breiten Masse. Darunter sehen wir ein Hemd – er ist doch noch in seiner Rolle, also nicht ganz privat.
Die Frage stellt sich hier nach den Werten. Der Text kann die Bildbotschaft nicht verstärken. Am ehesten noch wird der Wert der Sicherheit (Stahlgitter) subtil vermittelt.

„Fair. Sozial. Heimattreu.“ zeigt Hofer vor und in einer mit Pinsel gemalten Rot-Weiß-Rot-Fahne. Er verschmilzt quasi damit. Das Logo ist links oben – zuvor war es rechts oben. Botschaft hier: Koalition fortsetzen. Mit einem Lachen im Gesicht. Das Bild ist Ausdruck von Beständigkeit. Die Punktion unterstreicht jeden einzelnen Wert, es ist keine reine Aufzählung. Die Werte sind Begriffe, mit denen jeder Mensch eine Verbindung hat – dadurch spricht er damit die breite Masse gut an.

„Einer, der unsere Sprache spricht.“ zeigt einen Herbert Kickl, der seine Hände so hält, als würde er etwas besonderem Ausdruck verleihen wollen, er das Verstehen vom Gegenüber einfordert und die Dringlichkeit betont. „Unsere“ ist nicht die Gesellschaft, sondern die Polizei. Kickl steht für Kontrolle und dafür, dass er mit der Fahne im Rücken Gesetze durchsetzen kann.

„Einer, der unsere Heimat schützt.“ zeigt Herbert Kickl vor einer Landschaft montiert – er ist nicht Teil davon. Der Hintergrund soll das Wort „Heimat“ untermauern. Aber Heimat ist ein Gefühl und nicht nur Berge. Sein Blick ist starr, ernst und frontal zum Betrachter ausgerichtet. Das Plakat ist wiederum anders aufgebaut als das mit Norbert Hofer.

„Mit Sicherheit für Österreich.“ Kickls Handhaltung sagt: „Begreifst du das?“ Seine Hände haben etwas Bewahrendes, er will etwas verständlich machen. Auch hier die Flagge als Pinselstrich – Kickl gestaltet Österreich. Er will etwas fortsetzen und bewahren.

„Zu, die zu Euch halten“. Jene Plakate, wo beide als Duo auftreten und den Zusammenhalt ausdrücken. „Zu euch halten“, „für dich“ sind klare Ansagen, klare Versprechen. Das Motiv: füreinander da sein, sich einsetzen, zusammen mehr erreichen. Stabilität wird vermittelt. Norbert Hofer ist der, der freundlich in die Zukunft blickt, während Herbert Kickl leicht zur Seite blickt. Ernst, fokussiert – er hat wie immer alles im Blick.
Die zweite Werbewelle zielt ab auf die Vermeidung von angenommenen Gefahren:


Nun versucht die FPÖ, die drohende Gefahr durch „Falschwahl“ zu verhindern und zeigt auf, was man nicht wollen sollte. Es geht nicht mehr um Versprechen des Tuns, sondern um klaren Mitbewerb. Bei allen Sujets sehen wir die Fahne mit dem Bundesadler, um die Förmlichkeit zu untermauern. Die Bild-Text-Kombination wirkt bei beiden „Schwarz-Grün gefährdet DEINE Zukunft.“ irritierend und unstimmig. Norbert Hofer lacht ohne ersichtlichen Grund. Es herrscht Gefahr! Und Herbert Kickl hat auch einen für ihn seltenen Grinser im Gesicht. So, als was würde er es selbst nicht so ernst nehmen, was er sagt. „Ohne uns kippt Kurz nach links“ hingegen spiegelt die Ernsthaftigkeit in seiner Mimik wider.
Die Chancen werden durch das Duo erhöht. Jedoch fällt auf, dass der Stil der Plakate – im Gegensatz zu früheren Zeiten – ungeordnet, unstrukturiert und teilweise in Bild-Text-Botschaft unstimmig ist. Die beiden wollen Bestehendes erhalten, Gefahren verhindern, sie wollen ein Miteinander, sind für „euch“ da und wollen Einigkeit und Stabilität bewahren. Die klaren Versprechen fehlen.
Die SPÖ hat einen Claim mit vielen Versprechen. Allen liegt die Hoffnung, die heile Welt zugrunde. Die hier dargestellte „Menschlichkeit“ hat vielmehr mit Fairness und Gerechtigkeit zu tun. Die roten Textfelder wirken wie ein Abrissband mit Buchstaben. Diese wurden untereinander geklebt, mal geht der Streifen nach oben, mal nach unten. Die Botschaften wirken dadurch zerrissen und willkürlich. Auch Text und Claim finden sich immer wieder an verschiedenen Stellen. Es ist keine Einheitlichkeit ersichtlich.

„Nur gemeinsam schaffen wir es aus der Klimakrise.“ zeigt Pamela Rendi-Wagner mit einer Gruppe an Personen vor einem natürlichen Hintergrund – jedoch sieht man deutlich, dass sie vor einer Kulisse stehen. Das Szenario ist also nicht echt, es ist künstlich. Auch bei Mimik und Körperhaltung sieht man viele subtile (falsche) Botschaften. Die Frau rechts neben ihr hat eine leicht abgewandte Körperhaltung. Auch Rendi-Wagners Oberkörper ist leicht nach hinten gebeugt. Ihre Hände sind nach oben offen, sie versucht etwas zu erklären. Ihre Mundwinkel nach hinten zeigen leichte Unsicherheit und auch den Nachdruck, dass sie will, dass ihr Gegenüber sie versteht. Das Gegenüber aber zeigt einen eher skeptischen Blick. Auch der Mann rechts hinten mit dem grünen Shirt wirkt eher skeptisch als zugewandt. Und auch der Mann mit dem blauen Shirt – er hat seine Oberlippe leicht nach oben gezogen – er zweifelt. Einzig die Frau mit dem „Planet B“ T-Shirt zeigt Zugewandtheit, wirkt aber sehr gestellt. Rendi-Wagner versucht die Personen zu überzeugen, aber es gelingt ihr nicht. Sie wirkt schwach.

„Nicht länger warten: Erstklassige Medizin für alle.“ zeigt auch eine Menschengruppe im montierten Grün. Die Frau und der Mann im grünen Shirt sind die gleichen wie am vorigen Plakat. Die beiden älteren Personen zeigen unglaubwürdige Mimik. Vor allem die ältere Dame wirkt skeptisch: Ihr Kopf ist leicht geneigt, die Lippen leicht nach hinten gezogen und ihr Blick geht zum Betrachter. Der älterer Mann blickt in Rendi-Wagners Rückseite, er blickt starr und ernst. Einzig das kleine Mädchen freut sich. Doch was haben Bild und Text miteinander zu tun? Die Botschaften ergänzen oder erklären einander nicht.
Die Einzelsujets zeigen Rendi-Wagner ernst und lachend vor natürlichem Hintergrund. Das mittlere Sujet ist unstimmig in Bild und Text: Wieso lacht sie bei der Botschaft? Die roten Textstreifen gehen kreuz und quer, wirken wackelig und instabil. Das rechte Sujet wirkt am klarsten und vermittelt, wofür sie steht. „Wenn du sie wählst.“ zeigt, dass Rendi-Wagner die personifizierte Menschlichkeit sein soll. Und die Aufwärtsbewegung des Streifens zeigt auch einen Aufwärtstrend.
Pamela Rendi-Wagner präsentiert sich als schwache Heldin, die unsicher vom Plakat blickt. Sie gibt die Verantwortung an die Gesellschaft ab. Sowohl auf der Bild- als auch auf der Textebene: „man“, „gemeinsam“, „muss man“ etc. Die Plakate zeugen eher von Zerrissenheit als von Stärke, etwas zu verändern. Das „M“ in Herzform hätte Potenzial für ein starkes Symbol, wird aber nicht weiter genutzt oder aufgeladen.
Werner Kogler als Spitzenkandidat präsentiert sich in einer Körperhaltung der Bereitschaft und Ernsthaftigkeit. Mit dem Text schaffen Die Grünen etwas außerordentlich Cleveres: Die Frage „Was würde … wählen“ ist eine projektive Frage, nahezu hypnotisch. Sie führt uns aus unserer engen Denke heraus und lässt uns die Dinge anders betrachten. Nämlich aus der Sicht des Klimas zum Beispiel. Die Buntheit und die knalligen Farben auf den Plakaten machen dies jedoch wieder kaputt. Schwere Lesbarkeit und Entschlüsselung der Bildbotschaft machen dem Betrachter die Entschlüsselung schwer.
„Saubere Umwelt. Saubere Politik.“ Werner Kogler zeigt in diesem Sujet mit seiner Körperhaltung Bereitschaft. Er stellt sich dem Thema, ist bereit. Man sieht aber auch, dass seine Hüfte leicht einknickt, wodurch eine leichte Schwäche signalisiert wird. Das Hemd ist ein seriöses Zeichen, die Hemdsärmel sind hochgekrempelt. Auch das zeugt von der Bereitschaft.
Das rechte Sujet zeigt Kogler etwas näher, der Text wird kürzer: „#Comeback Saubere Politik“ wirkt eindringlicher als die linke Botschaft. Das Gesicht ist offen und freundlich.
Weitere Plakate zeigen massive Textbotschaften, die vor bunten Hintergründen in knalligen Farben erscheinen. Diese Dominanz der Farbe wirkt fast penetrant, sie ist auffällig, aber dennoch schwer dekodierbar. Die Bilder im Hintergrund sind kaum erkennbar, der Text sauft regelrecht in der Buntheit ab. Einzig das erste Sujet wirkt klar als Botschaft: Text auf grünem Hintergrund.
Was den Grünen dennoch mit dem Text gelingt, ist, dass sie Menschen dazu bringen, dass sie aus ihrer Denke herauskommen. Es ist quasi eine hypnotische Frage, „Stell dir mal vor, das Klima könnte wählen. Wer wäre das?“ Die Antwort könnte „Die Grünen“ lauten und möglicherweise nicht die sonst favorisierte Partei. Der Text schaffst es also, über den Tellerrand zu blicken, die Perspektive zu wechseln und kurz innezuhalten. Wem das Thema generell egal ist, wird auf die Botschaft auch nicht reflektieren.
Die Bild-Text-Kombi wirkt jedoch knallig, kompliziert, verworren und erreicht damit die Betrachter nicht in der gewünschten Form.
Die hier vermittelten Werte sind Anstand, Vernunft, Miteinander und Zukunft.
Die Grünen appellieren an die Vernunft und wollen Veränderung. Es geht ihnen in den Botschaften um Bewusstseinsbildung und das Comeback nicht nur für die Grünen, sondern vor allem für die transportierten Themen Klimaschutz, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung usw. Die Texte fallen jedoch der Buntheit zum Opfer.
Neos schwimmen gegen den Strom und wollen Bestehendes verlassen – dies sieht man auch in den Plakaten.
In der ersten Werbewelle der Neos war noch Farbe in den Plakaten, es präsentierte sich nicht nur Beate Meinl-Reisinger. Die langen Textbotschaften erfordern viel Aufmerksamkeit und sind auch inhaltlich fordernd. Die Entschlüsselung wird erschwert durch den entgegengesetzten Lesefluss von rechts oben beim Logo über die Mitte mit der Vertreterin nach links unten zu Text und Absender.
Im letzten Wahlkampf waren die Neos noch komplizierter mit den rückwärts geschriebenen Botschaften. Man kann also von einer leichten Verbesserung sprechen.

Die nächsten Plakate sind wie auch schon wie früher in Schwarz-Weiß gehalten. Was im Umfeld zwar auffällt, ist von der Bedeutungsgebung jedoch stark reduziert. Schwarz-Weiß ist farblos, damit weniger lebendig und erinnert an vergangene Zeiten. Der Text wird kürzer, aber dennoch für die Masse nicht klarer. Ihr Blick geht bei der Textbotschaft „Umwelt & Wirtschaft verbinden. Macht sonst keiner“ in Richtung Vergangenheit (Blick nach links). Ein Mundwinkel ist leicht nach oben gezogen, was auf Überlegenheit hinweist. Der Claim im rosa Kasten erklärt nicht, was in der weißen Headline gemeint ist. Dafür ist die Headline zu abstrakt und kann nur von politisch versierten Personen verstanden werden. Der rosa Kasten hat eine nach hinten gerichtete Schräge, die das Gesagte quasi abbremst. Dies ist bei den Folgesujets dann nicht mehr der Fall.
Die nächste Werbewelle wurde heller, Graustufen statt Schwarz-Weiß wirkt etwas freundlicher und Meinl-Reisinger lächelt mehr. Die Frage ist nur, ob dies zur Botschaft stimmig ist. „Bildung über alles stellen“ ist wie eine Headline in einer Tageszeitung, die dann eines weiterführenden Artikels bedarf. Als Versprechen am Plakat ist sie zu abstrakt, um die Masse zu erreichen.
„Postenschacher stoppen“ mit Blick in die Zukunft wirkt ebenso unstrukturiert im Bild-Text-Aufbau. Das Auge muss sich erst zurechtfinden. Ein Blick in die Vergangenheit wäre hier besser – zurückschauen auf das was nicht gut läuft und das beenden.

Die letzte Plakatwelle wird noch heller, Meinl-Reisinger erstrahlt fast in einem hellen Grau. Sie lacht, schaut freundlicher. Die Botschaften bleiben jedoch gleich abstrakt und lassen teilweise Fragen offen, was denn da genau gemeint ist.
Werte, die vermittelt werden: Mut, Bestehendes verlassen, gegen den Strom schwimmen, Kompliziertheit.
Die Neos reduzieren auf die Ratio, präsentieren sich mit schwierigen Botschaften, die Know-how voraussetzen. Schwarz-Weiß bzw. Graustufen fallen im Mitbewerb zwar auf, jedoch sehen wir Farblosigkeit und damit weniger Lebendigkeit als bei den anderen Parteien. Die Botschaften richten sich an Neos-affine, aber nicht an die breite Masse.
Die einzelnen Parteien inszenieren ihre Helden auf unterschiedlichste Art.
Reihung nach Klarheit und Stärke der Botschaften:
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Am 12. November 2019 leitet Charlotte Hager auf der internationalen Marktforschungskonferenz ESOMAR einen Workshop: Think the Present, Model the Future! A creative mixed-method approach of Online Forums and Lego® Serious Play® Workshops, which predicts the future of audio usage in 2025. Registrierung und weitere Informationen finden Sie hier.